Dienstag, 22. Februar 2011

Doktorspiele.

Bildquelle: hna.de

Abgesehen von allen revolutionären Bewegungen in der arabischen Welt, die ich mit Spannung beobachte und zustimmend nicke, berührt mich zur zeit noch etwas ganz anders. Es berührt mich am Rande meiner Strapazierfähigkeit. Am Rande der Strapazierfähigkeit meiner Lachmuskeln.

Es geht um KaTe und seine Copy&Paste-Doktorarbeit, die CSU droht wieder einmal im Sumpf ihrer eigenen Dummheit unterzugehen. Das, was wir Studenten schon im allerersten Semester in einem Seminar "Wissenschaftliches Arbeiten" eingetrichtert bekommen, scheint für ranghohe Politiker mit schleimigen Frisuren und hundert Vornamen nicht mehr zu gelten. Wir bekommen Vorlagen für kleine popelige Hausarbeiten, in denen schmerzlich genau vorgegeben ist, wann was wie zitiert werden muss, und wieviel. Zu Guttenberg geht auf Google und drückt Strg+C. Weil er es kann.

Der Mann ist ein Unsympath, stellvertretend für seine ganze Fraktion. Er macht alles falsch, was man falsch machen kann. Und nun schreibt er auch noch ab. Herrje. Und Deutschland mag ihn immer noch, er sei der beliebteste Politiker. Warum? Weil er reden kann. Weil er abertausende Worte aneinander reihen kann, die in ihrer Vollendung alle so schön stimmig klingen, dass man ihm nur zustimmen kann. Auch sein komplett gelogenes und geheucheltes Geständis wird ihm wieder abgenommen werden. "Jeder macht mal Fehler" höre ich schon die Leute sagen und: "er ist trotzdem ein Guter."
  

Er hat sich am Wochenende noch eben mal fix seine Arbeit angesehen und dabei "gravierende Fehler" bemerkt, sagt KaTe. Hoppla, das habe ich ja alles abgeschrieben. Stimmt, da war ja was. Und den Doktortitel lege er nieder, auch wenn es schmerzt. Öffentliche Demut heißt das Stichwort, wieder einmal überzeugt zu Guttenberg mit seiner gewohnt schmierigen Art. "Der ist ein toller Mann" sagt eine ältere Dame und damit ist auch schon alles gesagt. Das ist doch der einzige Grund, warum dieser Mensch noch im Amt ist. Er lügt sich durch das Leben, aber sieht dabei verdammt gut aus. Für einen Politiker.

Ordentlich gebügelt steht er da und gesteht seine Fehler ein, die er Tage zuvor noch als "absurde Vorwürfe" abstrafte. Den Doktortitel legt er nieder, nur um dem Entzug durch die Universität Bayreuth und der damit verbundenden Schmach zuvorzukommen. Es ist alles eine perfekte Inszenierung. Er ist ein Blender. Und die Leute lassen sich nun mal gern blenden. Da passt es ganz gut, dass er einen Karnevals-Orden verliehen bekommen soll. Mehr ist er doch im Endeffekt auch nicht: ein Clown, ein Pantomime, ein lustiger Gesell, ein Comedian. Ein glattgebügelter Mann, wortgewandt, charismatisch. Aber leider komplett unfähig.

Und damit ich nicht in eine Plagiatsaffäre verwickelt werde, geb ich gerne hier die Quelle des Artikels an, der mich letztendlich dazu bewogen hat, das Thema auch aufzugreifen. Danke, liebe ZEITonline-Redaktion für den Artikel von heute morgen. 
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