Donnerstag, 30. Oktober 2014

black path.

und noch einen kaffee und noch einen, noch einen, bis die hände zittern, die augen offenbleiben, die ohren schwirren, das herz rast und du merkst, dass du am leben bist. ja ja ja, immer mehr, immer mehr vom wenigen, was da noch ist, alles mitnehmen, veränderung ist laut, ist gut, ist nichts. briefe, worte, zukunft. alles, nur nicht aufhören, weitermachen, am besten lachend und laut. guten tag, guten tag, mein name ist habichvergessen. rausgehen, auf die wiesen, schmeiß dein rad in den dreck und renn mit mir im wind durch den nebel in den wald und finde nicht, was du suchst. oder suchst du überhaupt. eine langsame entdeckung, eine ahnung des verschwindens, ein gefühl des auflösens, sag: suchst du noch oder schläfst du schon. schläfst du schon, kannst du einschlafen, kannst du die augen schließen ohne den wald zu sehen. kannst du in den wald gehen, ohne zu schlafen. was ist, wenn der wald dich möchte und du es nicht mal mitkriegst, weil du viel zu sehr mit deinem unendlichen wunsch nach schlaf beschäftigt bist. große graue gestalten, die die zeit aus deinem herzen schälen sind keine fiktion, sie sind real. sie kommen, wenn es dunkel wird, und schälen, kratzen, saugen, schaben, laben sich und verschlucken sich und kommen wieder und wieder und wieder und wieder und nehmen alles mit, was dir lieb ist und lassen nur leere zurück, lebendige leere zwar und doch nur ein zittern. achja, und da war ja noch der sommer. den nehmen sie auch. sie nehmen alles und du bekommst es nicht mit.

luft holen. kaffee aufsetzen, vielleicht noch etwas mehr pulver und etwas weniger wasser. die worte brechen aus, ich halte sie nicht auf. fast schon ironisch, fast schon lustig. auch wenn das lachen im halse stecken bleibt und sich mit dem geschmack von kaltem kaffee und müdigkeit mischt und im magen umhergeistert und das flaue gefühl bleibt über tage, über wochen, denn: zeitumstellung bedeutet nicht, dass sich etwas ändert. wir stellen die zeit um, wie wir einen ungeliebten schrank um-stellen, wegschieben an eine andere stelle. aber was bedeutet das schon. 


Mittwoch, 29. Oktober 2014

leva som snö.





jag är en årstid och jag förändrar allt. det händer nya grejer, jag är varmt och jag är kallt. jag stökar om i ditt statiska liv. sen smälter jag mot våren, sen lämnar du mig.


Dienstag, 23. September 2014

ich habe eine irrationale lust auf schnee. keinen normalen schnee, es muss ein finaler sein. ein alles unter sich begrabender, ein jedes atmen erfrieren lassender schnee. eine weiße stille soll sich über alles legen, was sich viel zu wach und viel zu lebendig noch bewegt. es soll schneien, es soll so sehr schneien, dass das gehen schwierig wird, dass das sehen schwierig wird. ich möchte im schnee stehen und sehen, was niemand sehen kann: das ende. das finale kalte ende dieser welt, versunken im schönsten kalt, im kältesten schön, im hellen nichts. ich breite die arme aus, ich stehe in der mitte. ich schmecke den schnee. ich fühle das eis in meinen venen. ich fühle die ruhe kommen, ich lege mich auf die straße, die nicht mehr zu sehen ist. keine automobile fahren, keine laternen leuchten. binnen minuten bin ich bedeckt, ich grabe mich frei, stehe auf und breite die arme aus, ich stehe in der mitte der welt, hier, jetzt, wo die zeit stehen geblieben ist und alles fällt wie die unendlichen flocken aus dem unendlichen himmel, der sich geschlossen hat, die sonne ist tot und es ist kalt hier. eine finale kälte. das zur-ruhe-kommen der welt, das ganz große aufgeben, die schönheit und das licht, das nichts und der schnee.

Mittwoch, 17. September 2014

an autumn for crippled children: try not to destroy everything you love.


facebook
bandcamp

Freitag, 20. Juni 2014

2254 darf nicht sterben.

wer ab und zu oder ab und zu öfters nachts nicht schlafen kann und diese zeit dann aber nicht sinnlos vor facebook verbringt, hat gewiss schon mal von der sendung 2254 auf deutschlandradio kultur gehört. ab 1.05 gab es eine offene diskussionsrunde zu aktuellen themen oder, was mir viel lieber war, zu ganz menschlichen, fast schon banalen sachen. es ging um heuschnupfen genau wie um helmpflicht für radfahrer. oder es sei nur an die sendung zum thema "haben sie angst vorm tod?" erinnert. oft wurden solche fragen gestellt, die sich jeder schon mal gestellt hat. und nachts um 1.05 konnte man darüber dann sprechen. viele anrufer sind richtig aufgeblüht, vielleicht auch einfach weil sie mal mit jemanden reden konnten. ich hab zugehört, wie viele ohren mit mir, hab vielleicht nachvollziehen können, hab hin und wieder gelacht und manchmal hat 2254 die schlaflose nacht auch noch viel schlafloser gemacht. 

wie auch immer: heute abend soll nach dem willen der geschäftsführung von deutschlandradio kultur das letzte mal 2254 laufen, mit der ab morgen gültigen programmreform verschwindet das format. zu wenig hörer, zu hohe kosten, heißt es von senderseite. an zu wenig hörer glaube ich nicht, ich glaube 2254 ist wie domian bei 1live eine sendung, die menschen vielleicht heimlich hören. und die vielen anrufe sprechen doch meines erachtens eher für als gegen 2254. aber gut. die firma meint, den sender jugendlicher zu gestalten und legt mehr wert auf nächtliche musik statt eine interaktion, eine der letzten formen wirklicher öffentlicher diskussionsplattform, live, unzensiert, direkt, tagesaktuell. schade, deutschlandradio. mit diesem schritt verlierst du ein alleinstellungsmerkmal. und ich liege nachts lieber zu 2254 als zu dudelmusik wach. 

es gibt eine petition gegen die abschaltung von 2254. wer mag, kann sie ja unterzeichnen. vielleicht bringen die proteste über kurz oder lang ja etwas. schön wäre es.