Donnerstag, 6. August 2015

Zeit für einen Abgesang, es ist zu lange her. Ich beobachte die Entwicklung in meiner Stadt mit großer Sorge. Doch da ist nicht nur Sorge, da ist auch grenzenloses Unverständnis und eine gehörige Prise Hass. Sorge, Hass und Unverständnis – all das sind nur Worte. Worte gegen vermeintliche Menschen, die es sich zum Lebensinhalt gemacht haben, gegen andere Menschen verbal und nonverbal vorzugehen. Ja, ich beobachte einen zunehmenden Verfall des humanistischen Geistes in der Bevölkerung. Es ist nicht zu ertragen, mit welch platter Dummheit das pöbelnde Volk sein Gesicht verliert. Schwer zu glauben, dass das, was im Moment passiert, real ist. Ich fühle mich wie in schlechten Filmen, ich hoffe, dass das Gute siegt, doch ich sehe kein Gutes. Wenn Unterkünfte brennen und Menschen in Zelten dem Hungertod nahe vor sich hin siechen, dann ist da nichts Gutes mehr. Wenn die, die vor Angst, Krieg und Terror in eines der wohlhabendsten Länder der Welt fliehen müssen, mit Hitlergruß und Baseballschläger begrüßt werden, dann ist das Gute längst gestorben. Wenn die Generation deiner Eltern Hand in Hand mit der ungebildeten Masse der kapitalistischen Neider auf die Straße geht und stumpfe Parolen plärrt – dann ist da nichts Gutes mehr, nichts menschliches. Wenn eine Regierung alles daran setzt, dieses selbsternannte Volk mit Benzin zu versorgen, ist es kein Wunder, wenn das Land in Flammen steht. Man sollte meinen, der Deutsche hat aus seinen Fehlern der Vergangenheit gelernt, doch ich glaube, der Deutsche sieht seine Fehler gar nicht. Der Deutsche sieht sich bedroht in seinem Deutschsein, deswegen muss das Deutschsein mit allen Mitteln verteidigt werden. Wohin das führt, ist unvorstellbar. Unvorstellbar deswegen, weil es dazu führen wird. Der deutsche Geist ist je schon rassistisch, egoistisch und nationalistisch, die Geschichte hat es gezeigt. Deutscher Geist gepaart mit kleinbürgerlich-sächsischer Dummheit, gewachsen und gezüchtet aus jahrelangem rassistischem Fehlverhalten einer christlich-demokratischen Regierung ergibt eine vollständig widerliche und verabscheuenswerte Mischung, für die mich jeden Tag aufs Neue schäme. Wenn ich Menschen aus anderen Ländern meinen Heimatort mitteile, ist es mir peinlich. Wenn ich sagen muss: ich komme aus Dresden, dann habe ich das Gefühl, etwas falsches getan zu haben. Dresden als Keimzelle des Bösen, als Hort der Rassisten, als Sammelbecken der menschenrechtsverachtenden Nationalisten. Dieser Abgesang gilt Dresden und seinem tagtäglichen Versagen im Praktizieren von Menschlichkeit, Nächstenliebe und Verständnis. Er gilt allen bildungsresistenten Rentnern, Busfahrern, Ärzten, Bänkern, Professoren, allen drogenabhängigen Vorstadtfaschisten, Bushaltestellenronnys, Deutschlandfahnenträgern und dem ekelhaft deutschen, von Dummheit nicht zu übertreffenden Fußvolk. Ich schäme mich für euch alle.  

Freitag, 20. Februar 2015

ich kann nicht schlafen und
ich liege wach und
ich öffne den laptop und
sehe bilder von
damals

jahre vorbei und nichts gelernt und
außerdem ein lachen hier und da und
ich möchte nichts vermissen
ich mochte

viel mehr als ich weiß und
so lang ich mich erinnere ist alles
gut gewesen weil nichts
gestorben ist

ich kann nicht schlafen und
ich liege wach und
ich verliere die zeit und
wache auf im gestern und
verglühe im heute und
freue mich über und
auf die tage die gewesen sind und

als das album zu ende ist und
der film voll und
die farbe raus gehe ich
schlafen doch

ich kann nicht weil
ich nicht darf weil
ich nicht bin weil
ich nicht war weil
ich nicht werde weil
ich nicht kann

eine stunde später
selbe gedanken
anderer ort
das akku leer die
lampe blinkt ich
schlummere und
blinzele und
stottere und schlafe doch
nicht

Montag, 9. Februar 2015

so hideous, my love... : handprints on glass.


Brushed through whispers hallowed meaning; a dream lies ill. Pleading eyes precede the sight of your sleeping gaze. I feel the light pierce the skin of it's innocence. Regret but a spark that is not to be said. The shards of a stained mirror held the years I once clutched so tightly; two hands mired in unspoken prayers. Return this moment. Mass of resentment. Light holds this autumn. Dusk breathes orchid scent. Fading light fills these lungs at last...
A whisper rests in tangled hair; unraveling. The sky reflects shattered daydreams on scattered leaves. Empty handed wishes wilt on chrysanthemums. Promises drowned in silence, unmoved by time. The shards of a stained mirror held the years I once clutched so tightly; two hands mired in unspoken prayers. Return this moment. Mass of resentment. Light holds this autumn. Dusk breathes orchid scent. Fading light fills these lungs at last...

Night holds us still.
Time, this frozen well, bleeds my writhing wrist of precious memories. Voices ring and wilt through silent halls entangled in fantasy. These fragments chase the wound; I tear the dread from hands impure.

Dienstag, 13. Januar 2015

plattenbau is your friend

Plattenbau (Panelák, Panelház, Systematization, Ugsarmal bair, Khrushchyovka, Blokovi, Slabokonstruaĵo, Wielka płyta) is a building whose structure is constructed of large, prefabricated concrete slabs.

Syktyvkar, Komi, Russia, via fuckyeahplattenbau

Oktyabrsky, Kamchatka, Siberia, via fuckyeahplattenbau
Omsk, Siberia, 2012, via fuckyeahplattenbau
Tartu, Estonia, via fuckyeahplattenbau

mehr bei fuckyeahplattenbau. auch sehr interessant anzusehen: architecture of doom (schöner tumblr über "bleak/gloomy/forbidding/desolate/unfortunate and totalitarian architecture") und germanpostwarmodern. tumblr-tuesday und so. brutal beauty.