Dienstag, 4. Januar 2011

Die deutsche Bahn und der Winter.

Quelle: sz-online.de
Heute in der SZ ein großer Artikel: Bahn kapituliert vor dem Winter. Natürlich, das tut sie. Das tut sie sogar schmerzhaft spürbar. Arme, arme Hoyerswerdaer. Arme Hoyerswerdaer. Bei euch fährt jetzt zwei Wochen kein Zug mehr. Ach, und arme, arme Mittweidaer, kommen bei euch auch nur noch alle zwei Stunden die Züge. Schlimm, das.

Aber sind wir doch mal ehrlich. Das ganze Jahr über meckert der Deutsche, wie schlimm die Deutsche Bahn ist, und dass sie überhaupt nichts auf die Reihe bekommt. Und steigt dann brav in seinen Zug am Morgen, und ist überrascht, wie nett doch die Schaffner manchmal sind. Und schimpft dann im selben Atemzug beim Aussteigen wieder über die Unfähigkeit der Bahn, weil am Gleis gegenüber eine Verspätung von zehn Minuten aufleuchtet. Ich kann es nicht mehr hören. Sollen doch alle die, die sich so künstlich über die Unfähigkeit der Bahn aufregen, doch bitte zu Fuß gehen und endlich Ruhe geben. Die Bahn fährt, wenn auch nicht überall. Und man kommt trotzdem überall da an, wo man möchte. Soll man sich eben mal nicht so stressen, und seinen Trip nicht so planen, dass man exakt nur 13 Minuten Pufferzeit hat. Wir alle wissen, dass die Bahn im Winter langsamer fährt, auch wenn sie im Herbst was anderes verspricht. Wir wissen, dass die Bahn viel zu alte Fahrzeuge fahren lässt, die bei -3° auch mal komplett zueisen. Wir wissen, dass die Bahn kein Geld und keine Kapazitäten, vor allem keine Zeit hat, die Züge fristgerecht zu reparieren. Das alles wissen wir. Und regen uns immer und immer wieder darüber auf. Fahrt doch einfach Bus! Gerade in den heutigen Tagen zu empfehlen: DeinBus.de - Busfernmitfahrgelegenheiten. Da tut man sich den "Stress" mit der Bahn nicht an.

Ich will die Bahn hier nicht in Schutz nehmen, klar hat sie Fehler gemacht und leere Versprechungen. Ich erinnere da nur an die Pünktlichkeits- und Anschlussgarantie. Aber wenn wir uns eingestehen: ohne die Bahn ginge es auch nicht. Nie im Leben. Was nützen dann all die Energien, die zur Zeit zum Meckern, zum Aufregen, zum Anprangern verwendet werden? Es gibt doch wohl eine Menge Wichtigeres, worüber man sich aufregen kann, die FDP und ihren trotteligen Außenminister zum Beispiel, ganz pauschaul. Es gibt eine ganze Menge mehr, worüber es zu streiten gilt, etwa ob Atomkraftwerke wirklich eine bessere Zukunft bringen, und was das überhaupt ist, Zukunft. Aber doch nicht über die Deutsche Bahn. Sie fährt, auch heute, auch morgen, auch in 20 Jahren. Und sie wird jeden Winter wieder "kapitulieren", na und?  
Kommentar veröffentlichen