Sonntag, 6. November 2011

Jemand sagt.

Was ist das eigentlich. Wenn Menschen sagen: ich habe Glück. Glück im Unglück? Sind wir nicht dauerhaft umschlossen von einem Zustand des Sich-Glücklich-Fühlens im tiefsten Unglücklichsein? Es ist eine Tugend, sich zur Schau zu stellen, mit einem Lachen im Gesicht, während das Herz weint. Alles dürfen, nichts können. Alles können, nichts müssen. Vielleicht ist es das Wetter, was auf die Stimmung schlägt. Vielleicht ist es der Alkohol. Abwegiger geht es kaum, oder: es kommen Menschen und erzählen was vom Glück. -

Niemand wird erklären können, warum es nicht gelingt. Niemand wird von sich erzählen und alle applaudieren. Weil es nicht konform geht. Und draußen steigen sie in die Bahn und setzen sich und starren aus dem Fenster, an dem du klebst. Nichts ist, gar nichts. Ich fühle mich einsam, sagt eine Frau. Und das, obwohl ich hier bin, entgegnet ein Mann. Und das, obwohl du dich auch einsam fühlst, erwidert die Frau. Nächste Haltestelle -

Einsamkeit allein ist Einsamkeit. Einsamkeit unter Menschen ist Tristesse. Tristesse - ein französisches Wort für das Land, in dem wir leben und uns verleben. Einigkeit und Glück und Tristesse. Graue Städte schießen wie Pilze aus dem Boden, in den Himmel und färben ihn grau. Es regnet Gebeine und Erinnerungen, der Kopf schmerzt; zuviel Ballast, etwas abwerfen tät mal Not. -

Morgen ist ja auch noch ein Tag, höre ich Einen sagen. Morgen ist kein Tag. Morgen war nie ein Tag, sondern immer nur ein Hoffen, dass es aufhört. Aufhört, zu stechen. Idealistisch, meint Einer. Pessimistisch, ein Anderer. Verrückt, der Nächste. Ich verstehe, sagt eine vertraute Stimme und verstummt. -

Wer die Welt verstehen will, hört auf zu fragen. Niemand will die Welt verstehen, denn niemand versteht sich selbst. Große Töne spuckt ein Jeder, doch wenn es darauf ankommt, kommen die Tränen. Schrei nur lauter, lauter als du es je konntest. Es hilft nichts. Pessimistisch, meint Jemand. Leben? fragt ein Dritter. -

Ein Lächeln heilt alle Krater unter der Haut. -

Ein Jahr vergeht und niemand kümmert sich drum. Und du stehst im Regen und fragst dich, warum die Wolke sich über dir erbricht. Es ist ein Scheitern, das du so nicht kennst. Ein Knall und alles ist fort. Pessimistisch, meint Einer. -

Es ist, wie es ist.
Kommentar veröffentlichen